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Transporteure fahren mit schwerer Last
Verbände: Lkw-Maut wird Konkurrenzkampf verschärfen

Wochenendausgabe, 4./5. Mai 2002 der Ostsee-Zeitung
Mit der vierten Stufe der Öko-Steuer Anfang des Jahres und dem Beschluss einer bundesweiten Lkw-Maut ab 2003 sind die Sorgen der Transporteure wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. 1600 Unternehmen haben sich bundesweit 2001 nach Angaben des Landesverbands des Verkehrsgewerbes Mecklenburg-Vorpommern (LV M-V) vom Markt verabschiedet. Die Industrie- und Handelskammer Schwerin verzeichnet für das Land im Bereich Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung 70 Insolvenzen im Jahr 2001, gegenüber 2000 ein Anstieg von über 50 Prozent. Fünf Unternehmen hat es 2001 auch in Wismar „erwischt“. Für Mecklenburg-Vorpommern rechnet der Landesverband mit einem weiteren Schwund von 20 bis 25 Prozent.

Dabei steht die streckenbezogene Lkw-Maut noch aus. Ab 2003 sollen die Spediteure auf Autobahnen für jeden Kilometer 15 Cent zahlen. Eine zeitbezogene Gebühr gibt es bereits, die im Jahr durchschnittlich 2500 Mark pro Lkw ausmacht. Diese soll wegfallen, doch dafür rechnet der Landesverband durch die neue Maut mit 15 000 bis 20 000 Euro pro Lkw im Jahr. Daneben drücken die steuerlichen Lasten: Von 7500 Euro zusätzlich im EU-Vergleich spricht der Landesverband.

Im Bundesverkehrsministerium hält man die Maut für verkraftbar. „Wir haben errechnet, dass der Jogurtbecher einen halben bis einen Cent teurer wird“, so Sprecher Michael Zirpel gegenüber OZ. „Das kann man umlegen.“ Und weil die Maut auch für ausländische Fahrzeuge in Deutschland gelte, würde die Situation der hiesigen Transporteure verbessert.

Doch zunächst wird sich wohl die Konkurrenz in Deutschland verschärfen. „Viele Unternehmen, die im Moment gerade noch existenzfähig sind, werden auf der Strecke bleiben“, meint Siegbert Eisenach von der IHK. Und die Zeche zahlt möglicherweise der Steuerzahler.

„Die Mehrkosten müssen auf die Kunden und damit auf den Endverbraucher umgelegt werden“, so Tanja Schwarz von der Spedition Rainer Schwarz, die eine Niederlassung in Krassow mit etwa 30 Lkw hat. Ob es gelingt, die Kosten umzulegen, ist noch unklar. Der Verhandlungsspielraum nach oben wird jedenfalls dünner.

Investitionen liegen bei der Spedition Schwarz auf Eis. „Die Ökosteuer gibt uns den Rest“, hat die Firma Mitte 2001 an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geschrieben. Die Schwierigkeiten resultierten nicht aus der Ökosteuer, antwortete das Ministerium, sondern aus der Liberalisierung des Verkehrsmarktes. Daneben wird die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene betont.

Die Bahn habe dafür gar nicht das Netz, meldet Spediteur Michael Völsen aus Wismar Zweifel an. Völsen, der mit sieben Lkw und neun Beschäftigten vor allem Stahl aus dem Hafen transportiert, fürchtet, infolge der Maut für seine Auftraggeber zu teuer zu werden: „Es kann durchaus sein, dass sich die Ware als Folge dieser Belastung andere Wege sucht, also nicht nach Wismar kommt.“

Mit Öko-Steuer und Lkw-Maut sei eine Verschärfung des Konkurrenzkampfes unter Transporteuren unvermeidlich, meint René Clermont, Geschäftsführer der Spedition Clermont in Neukloster, deren elf Fahrzeuge 90 Prozent Autobahn fahren. „Einige werden über die Klinge springen.“


Der Artikel stammt von ADRIAN FOITZIK

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